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Ausstellungen

Das Thema der diesjährigen Sonderausstellung ist "Computer und Musik".

Folgende Ausstellungen wurden bisher angemeldet:

IBP 190ST – Ein kompakter Atari ST für die industrielle Steuerung

Wenn man 1988 einen kompakten, günstigen, leistungsfähigen Computer für die industrielle Steuerung haben wollte, für den es viel Software gab, und für den viele Programmierer verfügbar waren, konnte man nicht einfach ins Regal greifen und einen Raspberry Pi kaufen. Stattdessen gab es ein Produkt der kleinen deutschen Firma IBP, die einen Atari Mega ST auf drei Europakarten redesigned hatte, einen industriellen Bus und ein paar Goodies hinzugefügt und eine Lizenz gekauft hatte, und das Ganze als 190ST verkaufte. Unsere Ausstellung zeigt einen lauffähigen IBP 190ST, der in den 1990er-Jahren einen Laser in einer Diskothek gesteuert hat. Fritz Hohl


40 Jahre ZX Spectrum – Der kleine Brite

Der Sinclair ZX Spectrum als die britische Antwort auf den Commodore C64 ist in diesem Jahre 40 Jahre alt. 1982 in der 16kB-RAM-Version für günstige 125 britische Pfund bzw. in der 48kB-RAM-Version für 175 britische Pfund angeboten (der C64 kostete zeitgleich 399 britische Pfund), hat er sich als leistungsfähiger Heimcomputer mit Kassettentonband und Fernsehempfänger als einzige Anfangsperipherie schnell einen guten Namen gemacht. Seine Popularität verdankt er einem von Anfang an sehr reichhaltigen Softwareangebot und der Tatsache, dass er auf einem Zilog-Z80-Prozessor basierte, der u.a. im Ostblock sehr verbreitet war – u.a. in der DDR als Klon gebaut. Der Verzicht auf Spezialschaltkreise schränkte zwar die Sound- und Videomöglichkeiten etwas ein, ermöglichte aber auch den relativ einfachen Nachbau, weshalb es in vielen Ländern des Ostblocks Klone dieses kleinen Homecomputers gab. Dies hatte eine sehr aktive Programmiererszene zur Folge, die bis heute scheinbar Unmögliches auf den angeschlossenen Bildschirm zaubert. Inzwischen gibt es eine Vielzahl auch moderner Interfaces und Ergänzungen, die von Speicherkarten-, Disketten-, Joystick- bis hin zu Netzwerkinterfaces reichen. In den vergangenen Jahren ist es nach vollständigem Reverse Engineering des Logikarrays (ULA) des ZX Spectrum gelungen, aus dem Z80-Prozessor und einer überschaubar kleinen Zahl von CMOS-Schaltkreisen einen 100% kompatiblen Klon, den Harlequin, zu entwickeln und weltweit mehrere hundert Mal nachzubauen, was die Attraktivität des Konzepts beweist. Inzwischen lief in zwei Kampagnen jeweils ein Kickstarterprojekt, den sogenannten "ZX Spectrum Next" mit authentischem Gehäuse und perfektioniertem Innenleben (nicht emuliert) zu erschaffen. Ein Exemplar der ersten Kampagne wird in der Ausstellung zu sehen sein. Eine z.T. von Computerclubs getragene Szene hält den kleinen Briten auch heute noch sehr lebendig. Die Aussteller gehören dem SUC (Spectrum User Club Stuttgart) an, der u.a. jährlich ein Usertreffen in der Lutherstadt Wittenberg organisiert. Norbert Opitz, Ingo Truppel und Sandra Truppel


Rechner und Rechnertechnik aus Deutschland, 1968 bis 1986 – Die Entwicklungen TELEFUNKEN TR 8 und AEG 80

Es gibt in Politik und Gesellschaft immer wieder Stimmen, die für Deutschland und für Europa mehr digitale Souveränität fordern. Das bezieht sich auf Forschung und Entwicklung, auf Soft- und Hardware; als Begründungen werden die zu großen Abhängigkeiten von externen Wissensträgern und von globalen Lieferketten aufgeführt – der "Chipmangel" gilt als ein gegenwärtig immer noch akutes Problem. Dabei gab es in Deutschland und Europa in den frühen Jahren der Digitalisierung durchaus Unternehmen, die über eine eigene und vollständige Wertschöpfungskette und das zugehörige Know-How für die Entwicklung und Fertigung von Digitalrechnern, Komponenten und entsprechenden Infrastrukturen verfügten. Die Ausstellung und der Vortrag "Rechner und Rechnertechnik aus Deutschland, 1968 bis 1986" zeigen mit den Systemen TELEFUNKEN TR 8 und AEG 80 zwei eindrückliche frühe Rechner-Familien aus der Mittleren Datentechnik von hierzulande. Vorgestellt wird in dieser Ausstellung der ab 1967 entwickelte Telefunken TR 84, ein frei programmierbarer 18-Bit-Rechner in ECL-Technik, der unter anderem bei der Bundeswehr als Artillerie- und Wetterdatenrechner zum Einsatz kam, sowie eine spätere Bauform des AEG 80/20, der MR8020 von ATM. Beide Rechner sind lauffähig und es können mit Hilfe des auch noch erhalten gebliebenen Fernschreibers und eines Programmladegeräts mit Magnetblasenspeicher Programme aufgespielt und ausgeführt werden. Die Exponate gelten als Beispiele für die Bestrebungen, sich in einem rasant wachsenden und globalisierenden Markt mit eigenen Produkten zu positionieren und durchzusetzen. Skizziert wird in Ausstellung und Vortrag auch die Firmengeschichte der Rechner-Sparte AEG-Telefunken, Konstanz. Ergänzend sollen überdies Ideen und Methoden aufgezeigt und diskutiert werden, sich Vintage-Rechner, zu denen sich so gut wie keine Dokumentation mehr aufspüren lässt, zu erschließen und sie wieder ans Rechnen zu bringen; Netzteil, Rechenwerk und Programmierung durch Reverse-Engineering quasi wieder zu erfinden. Bernd Johann


Sonderausstellung "Computer und Musik"

Computer waren nie still. Von den ersten klackernden Relaiscomputern über frühe Röhrencomputer mit Trommelspeicher und Lochkartenleser bis hin zu den Lüfter-gekühlten und Teletype-bewehrten Systemen der Mainframe- und Minicomputer-Ären waren Computerräume und Rechenzentren von Geräuschen erfüllt. Diesen sind schon in den 1950er-Jahren akustische Ausgabeschnittstellen hinzugefügt worden, um absichtsvoll Töne auszugeben. Aber sowohl die Nebengeräusche als auch die Tonausgaben wurden von Anfang an von kreativen Nutzern zur Musikerzeugung verwendet. Ab dem Mikrocomputer-Zeitalter, in dem Rechteckwellen beliebiger Frequenz generiert oder von Sound-Prozessoren und -Karten auf vielfältige Weise Klänge synthetisiert werden konnten, ist die Produktion von Computermusik in Qualität und Quantität eskaliert. In unserer Sonderausstellung wollen wir möglichst viele tönende Computer und Verfahren der Sounderzeugung vor- und ausstellen: Vom Minicomputer, der klangvolle Störgeräusche über ein Radio ausgibt, bis zum Diskettenlaufwerk, dessen Motor sich als Rhythmusinstrument einsetzen lässt; vom Homecomputer, der als Synthesizer verwendet wird, bis zum Videospiel, dass über Trommeln gesteuert wird.

Seite zuletzt geändert am 2022-07-25