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Ausstellungen

Hier geht es zur Sonderausstellung zum Thema grafische Benutzeroberflächen.

Folgende Ausstellungen wurden angemeldet:

Nachbauten und Neubauten klassischer Computer

Computer aus der Vor-Mikroprozessor-Zeit fallen häufig durch kreative Designentscheidungen auf. Die Echten sind schwer zu finden und noch schwerer betriebsbereit zu halten. Eine Möglichkeit, ihre Geschichte erfahrbar zu machen, sind Nachbauten. Gezeigt werden Nachbauten der DEC PDP-8 und PDP-11. Ein noch kreativerer Ansatz ist es, selbst einen Computer ohne Mikroprozessor zu entwerfen. Gezeigt wird der Gigatron, eine kleine Platine mit 35 simplen Chips, die leicht mit Teilen gebaut werden kann, welche schon 1971 verfügbar waren. Trotzdem schlägt sie zehn Jahre jüngere Heimcomputer in Sachen Grafik und Geschwindigkeit und zeigt so, was hätte sein können. Bleibt die Frage, warum es nicht war. Oscar Vermeulen, Stand 1


Blinkenlight-Panels

Bis in die 1970er-Jahre hatten Computer "Frontpanels", um den Prozessor per Lampen und Schalter zu überwachen. Einige davon werden hier gezeigt. Das Panel einer DEC PDP-11/70 wurde mit dem BlinkenBone-Projekt wiederbelebt, daran kann man Programme eingeben und laufen lassen. Jörg Hoppe, Stand 2


Reparatur einer PDP-11/34A

Im Berliner Hackerspace Abteilung-für-Redundanz-Abteilung e.V. (AfRA) finden sich nicht nur Raspberry Pis und blinkende LEDs, sondern auch ein Minicomputer der Digital Equipment Corporation, eine PDP-11/34A. In Einzelteilen aus einem muffigen Keller gerettet erwartet dieses Stück Computergeschichte jetzt seine Wiederinbetriebnahme. Was auf dem VCFB 2016 in der Reparaturecke begann, setzen wir dies Jahr in einem für alle Interessierten offenen Workshop fort: Jörg Hoppe hilft uns bei der Diagnose und Reparatur. Die Ausstellung zeigt die laufenden Arbeiten, Mitmachen erwünscht! Jörg Hoppe und Abteilung-für-Redundanz-Abteilung e.V., Stand 4


Mit Licht und Schaltern: Spielen statt Debuggen auf einer PDP-8/e

Es werden kleine in Assembler programmierte Spiele gezeigt, deren Benutzerschnittstelle nur die Schalter und Lämpchen des Debugging-Panels einer Digital Equipment Corporation (DEC) PDP-8/e sind. Die einfachste und ursprünglichste Art der Mensch-Maschine-Schnittstelle! Mit dabei ist das Spiel "Kill The Bit", welches ursprünglich für den Altair 8800 geschrieben wurde und vom Aussteller auf die PDP-8/e portiert wurde. Rainer Siebert, Stand 5


Zentrale Datenarchitektur bei Computern der Dezentralen Datenverarbeitung als Ersatz der Mittleren Datentechnik am Beispiel einer CTM 9016

In den 1960-Jahren definierte die mittlere Datentechnik nicht nur eine neue Größe (Kleine) von Rechenanlagen, sondern architektonisch auch die Abkehr von zentralen Großrechenanlagen in Datenzentren hin zu lokalen Computern und kleineren Mehrplatzsystemen direkt vor Ort. Gerade bei diesen Mehrnutzersystemen finden sich verschiedene Konzepte zur Lage des Elektronengehirns: Befindet sich die Rechenleistung nur zentral auf dem Server, irgendwo auf, unter und zwischen Server und Clients oder sind Server und Clients schlaue Workstations, die sich nur noch die Daten teilen? Es wird eine umfassende CTM 9016 von ComputerTechnik Müller aus der Mitte der 1980-Jahre und deren Einsatz gezeigt, welche zu letzteren gehört und nicht unüblich werkeln hier Motorolas 68000-Prozessoren. Rainer Siebert, Stand 6


AS/400 mit Terminals

Wolltest du schon immer mal mit einem IBM-Midrange-System spielen? Hier ist deine Chance, an alten Terminals zu spielen, die an eine alte AS/400 angeschlossen sind. Die AS/400 wurde 1987 als IBMs Midrange-Computersystem für mittelschwere Loads vorgestellt, zwischen PCs auf der einen und Mainframes auf der anderen Seite. Das Interface ist textbasiert, es gibt keine Grafik oder Maus, aber die Kommunikation zwischen Terminal und System verläuft bildschirmorientiert: Wenn der Nutzer die Enter-Taste drückt, wird die gesamte Bildschirmeingabe an das System gesendet, wohingegen bei einem Linux- oder Windowssystem die Kommunikation zeichenbasiert ist. Jeroen Baten, Stand 7


Wahlcomputer Nedap ESD1

Der Nedap ESD1 ist eigentlich als "Wahlgerät" vermarktet worden, im Inneren steckt jedoch ein ganz passabler Computer mit 68000-Prozessor. Diese Geräte wurden in den 2000er-Jahren in Deutschland zur Stimmerfassung bei Wahlen eingesetzt. Am 3. März 2009 erklärte jedoch das Bundesverfassungsgericht den Einsatz der Geräte für verfassungswidrig. Das Bundesverfassungsgericht setzte voraus "dass die wesentlichen Schritte der Wahlhandlung und der Ergebnisermittlung vom Bürger zuverlässig und ohne besondere Sachkenntnis" überprüfbar sein müssen. Der hier ausgestellte Wahlcomputer ist funktionsfähig und kann ausprobiert werden. Wie gut das mit der Überprüfung ohne besondere Sachkenntnis funktioniert, davon kann sich dann jeder selbst ein Bild machen. Philipp Maier, Stand 8


40 Jahre Homecomputer-Demos

Die Demoprogrammierung für Homecomputer ist seit Ende der 1970er-Jahre ein regelrechter Volkssport. Um zu zeigen, was die jeweilige Plattform (und/oder ihr Programmierer) konnten, wurden kurzfilmartige audiovisuelle Kunstwerke geschaffen, die im Unterschied zu Videos aber in Echtzeit berechnet und angezeigt werden. Bis heute hat sich diese Softwaregattung gehalten. Auf Demoparties werden regelmäßig die neuesten Werke vorgeführt – auch noch für historische Homecomputer. Denn gerade diese stellen sich mit ihren beschränkten Möglichkeiten (Grafikauflösung, Sound, Speicher, Geschwindigkeit) dem Programmierer als kreative Hürden entgegen, die es trickreich zu überwinden gilt. Und so wurde über den Umweg der Demoprogrammierung sogar neue Funktionen in alten Computern entdeckt. Das Oldenburger Computermuseum zeigt auf seinem Stand eine Auswahl solcher Demos auf unterschiedlichen 8- und 16-Bit-Computern. Vor-/Aufgeführt werden Klassiker der Demo-Geschichte genauso wie die neuesten Werke für Atari-, Commodore- und Schneider-Computer. Die Ausstellung begleitet damit die am VCFB-Sonntag stattfindende Kurztagung "50 Jahre Computerdemos", die vom OCM mitveranstaltet wird. Oldenburger Computermuseum, Stand 9


Würfel in Bewegung

Eine 30 Jahre alte Werbewand wird wiederbelebt: Die Arbeitsgruppe "Lebendige Technik" präsentiert einige funktionsfähige Module aus der Würfelwand des Werbe- und Informationssystems Color Motion des Deutschen Technikmuseums. In jedem der insgesamt 12.800 Würfel steckt ein Elektromotor, der per Computer einzeln angesteuert werden kann. Freunde und Förderer des Deutschen Technikmuseums Berlin e.V., AK Kommunikation, AG Lebendige Technik, Stand 10


Smartphone an Streifenschreiber: Rohrpost startet …

Die Kommunikationsmittel auf dem VCFB sind vielfältig: Vom Smartphone aus können Textbotschaften an einen alten Streifenschreiber gesendet werden. Dieser druckt Endlosstreifen, die zerschnitten und in Telegrammformulare eingeklebt werden können. Danach geht's ab in die VCFB-Rohrpost. Freunde und Förderer des Deutschen Technikmuseums Berlin e.V., AK Kommunikation, AG Lebendige Technik, Stand 11


LOAD-Magazin Ausgabe 4

Der Verein zum Erhalt klassischer Computer e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, Computersysteme vergangener Dekaden zu erhalten, instand zu setzen und das Wissen über den Umgang mit diesen Systemen zu bewahren. Diesem Zweck dient das jährlich erscheinende Vereinsmagazin LOAD. Wir stellen die aktuelle Ausgabe und einige der dort beschriebenen Projekte vor. Georg Basse, Stand 12


Neue Spiele für klassische Computer und Konsolen

Noch heute werden teils aufwändige Spiele für klassische Computer und Konsolen entwickelt. Diese Ausstellung zeigt einige in den letzten drei Jahren entstandene Games auf verschiedenen Plattformen, wie zum Beispiel Commodore 64, Amstrad CPC, MSX, Enterprise, Amiga CD32 oder Nintendo Entertainment System. Sebastian Bach, Stand 13


PONG-Nachbau

Gezeigt wird ein Nachbau des zeitgleich mit der Gründung von ATARI (1972) erschienenen ersten PONG-Automaten unter Verwendung der Originalschaltung. Der Aufbau erfolgte in transparenter modularer Bauweise als Technik zum Anfassen und zum Spielen. Jeder Schaltvorgang, der sich in der Logik abspielt, die vorwiegend nur aus Gattern der logischen Grundfunktionen besteht, ist nachvollziehbar. Hier gibt es noch keinen "Chip", aus dem das "fertige" Signal herauskommt. Wolfgang Nake, Stand 14


Das Steckschwein – Ein 6502-Homebrew-Rechner

Das Steckschwein ist das Ergebnis der Idee, einen 8-Bit-Rechner zu bauen, wie es ihn zur großen Zeit der 8-Bit-Homecomputer hätte geben können. Lediglich modernere Schnittstellen zu Außenwelt sollte er bekommen. Feature Creep sei Dank sind wir inzwischen tatsächlich deutlich weiter. Der Name "Steckschwein" rührt aus den Anfangstagen des Projekts, in denen der Rechner vollständig als Steckbrettaufbau realisiert war. Ergänzend zur Ausstellung wird das Steckschwein in einem Vortrag präsentiert. Thomas Woinke und Marko Lauke, Stand 15


TTL-Computer SPACE AGE 2 mit Hardware-Multiplizierer/Dividierer

Der SPACE AGE 2 ist ein 32-Bit-Computer, dessen CPU aus 490 TTL-Bausteinen aufgebaut ist. Er wurde 2014 bis 2016 im Rahmen einer Lehrveranstaltung an der TU Berlin konzipiert und aufgebaut. Mit Ausnahme der Speicher werden keine hochintegrierten Bausteine verwendet. Der SPACE AGE 2 ist mit dem Befehlssatz MIPS-1 kompatibel. Mit einem GNU-GCC-Compiler können in C erstellte Programme auf dem SPACE AGE 2 ablaufen. Seit der ersten Vorstellung des SPACE AGE 2 wurde der Rechner um eine Video-Karte, einen CRT-Monitor, eine UART-Karte und ein Schaltnetzteil ergänzt. Diese Funktionsgruppen wurden mit niedrig integrierten ICs, diskreten Halbleitern und projektspezifischen induktiven Bauelementen selbst gebaut. Die hier implementierte MIPS-Architektur wird in den Studiengängen Elektrotechnik und Technische Informatik an sehr vielen Universitäten beispielhaft behandelt, meist unter Verwendung des populären Lehrbuchs von Hennessy und Patterson und ist daher den meisten Studierenden und Absolvent/innen dieser Fächer gut bekannt. Der SPACE AGE 2 visualisiert diese populäre Archiktektur durch Implementierung in historischer TTL-Technik. Mit verschiedenen mathematischen Anwendungen und historischen Computerspiel-Klassikern wird das Zusammenspiel der Komponenten des SPACE AGE 2 demonstriert. Zum diesjährigen VCFB wurde der SPACE AGE 2 um einen Hardware-Multiplizierer/Dividierer erweitert, der die bisherige Software-Emulation der MUL/DIV-Befehle ersetzt. Henry Westphal (TU-Berlin und TIGRIS Elektronik GmbH), Stand 16


Apple I – Der erste Apple

Noch vor dem Apple II, dem Rechner, der den historischen Boom bei den Personal Computern einleitete, gab es bereits den Apple I, der von 1976 bis 1977 in vergleichsweise geringen Stückzahlen von maximal 200 Exemplaren gefertigt und verkauft wurde. Der Apple I war gewissermaßen ein Garagenprodukt, und die erste Entwicklung der neu gegründeten Firma Apple. Der Apple I wurde komplett von Steve Wozniak entworfen und war für die damalige Zeit revolutionär, da erstmals eine Computereinheit und ein Videoterminal in einem kompakten, erschwinglichen System vereint wurden. Wenn auch von den Verkaufszahlen her eher unbedeutend, diente der Apple I quasi als Proof-of-Concept für den darauffolgenden, extrem erfolgreichen Apple II. Der Apple I verfügt noch nicht über eine Grafikfunktion und stellt gewissermaßen die Bottom Line der Benutzerschnittstelle dar. Heute sind lediglich noch ca. 70 bekannte Apple I erhalten, die sich durchgehend bei Sammlern oder in Museen befinden. Der Apple I stellt heute eines der begehrtesten Objekte der Computerhistorie dar. Bei Auktionen wurden bis zu 900.000 Dollar für ein einzelnes Exemplar erzielt. In dieser Ausstellung werden auf dem VCFB die Ergebnisse eines Nachbauprojekts in Aktion gezeigt, in dem der Apple I mit Original-Bausteinen und Peripherie aus der Zeit des Apple I rekonstruiert wurden. Zusätzlich zur Ausstellung gibt es einen Vortrag zum Apple I. Albert Dommer, Jörg Gudehus und Ansgar Kückes, Stand 17


HP 9845 TEMPEST Edition – Systemhärtung in der Frühzeit des Cyberwars

Solange es Computer gibt, solange währt auch schon der Kampf um den Zugriff auf geheime Daten und den Schutz sensibler Informationen gegen Spionageangriffe. Das TEMPEST-Programm wurde Mitte der 1950er-Jahre von der US-Regierung ins Leben gerufen, um das Ausspähen von Computersystemen durch deren kompromittierende Ausstrahlungen effektiv zu verhindern und entsprechende Standards für den Schutz von Computern zu definieren, die bis heute fortgeschrieben werden. Computer, die entsprechend der TEMPEST-Standards gehärtet wurden, sind grundsätzlich schwer zu finden. Entweder befinden sie sich noch in Betrieb, oder wurden sorgfältig entsorgt. Insbesondere historische Geräte aus der Zeit des Kalten Krieges sind praktisch nicht mehr erhalten. Die Ausstellung zeigt eines dieser seltenen Exemplare, die TEMPEST Edition des HP 9845, einer High-End-Workstation aus dem Jahr 1979. Im Vortrag über das Ausspähen von historischen Computern wird das Thema weitergehend behandelt. Klaus Kaiser und Ansgar Kückes, Stand 18


HP 9825A und HP 9815A – Die dritte Generation der HP-Tischrechner

Nach dem transistorbasierten HP 9100 und der mit TTL-Schaltkreisen aufgebauten HP-9810- bis HP-9820-Reihe stellte HP 1976 die Desktop-Rechner HP 9825A und HP 9815A vor. Der HP 9825A basierte auf einem von HP entwickelten 16-Bit-Hybridprozessor, bestehend aus drei Einzelchips und vier Treiberchips auf einem Keramikträger. Der kleinere und billigere HP 9815A wurde um den MC6800 von Motorola herum aufgebaut. Beide Rechner konnten mit zahlreicher Peripherie verbunden werden und wurden als wissenschaftliche Rechner und als Steuerrechner für die Automatisierung von Mess- und Prüfständen eingesetzt. Ausgestellt werden der HP 9815A und der HP 9825A mit angeschlossenem Plotter. Thomas Falk, Stand 19


SER2B – Der erste Einadressrechner der DDR im Schreibtischformat

Das Museum für historische Bürotechnik Naunhof präsentiert den Einadressrechner SER2B. Der SER2B wurde als Einadressmaschine im Schreibtischformat zur Herbstmesse 1961 erstmalig vorgestellt und danach in verschiedenen Versionen 2000-mal gebaut. Von diesem Rechner gibt es nur noch zwei Exemplare, gezeigt werden der originale Trommelspeicher in Funktion, das Ein- und Ausgabeschreibwerk SE5 in Funktion, das Bedienteil, der Lochbandabtaster LBA2 und in Zusammenarbeit mit den Technischen Sammlungen Dresden (vielen Dank dafür) auch den Cellatron-Lochstreifen-Handlocher. Gezeigt wird in einer Simulation auf LC-80-Basis die Konvertierung von Konstanten (Zahlen) mit Ausdruck im Maschinenformat und im "lesbaren" Format sowie der Ausdruck von Maschinencode originaler Prüfprogramme. In der Simulation wird mit einer Typenradschreibmaschine Erika 3015 gedruckt, es kann aber auch die originale SE5 angeschlossen werden. Museum für historische Bürotechnik Naunhof, Stand 20


Im Dialog mit dem Terminal – Das Robotron K8912

Es wird die Arbeitsweise des Bildschirmterminals Robotron K8912 demonstriert. Das Gerät ermöglicht die Dateneingabe über Dialogmasken. Diese werden dem Nutzer am Gerät angezeigt und die eingegebenen Daten anschließend zur seriell angeschlossenen Zentraleinheit übertragen. In Ermangelung des originalen Zentralsystems wird eine Betriebsumgebung für dieses Terminal alternativ über einen Rechner mit serieller Schnittstelle simuliert. Details erläutert der Aussteller in einem Vortrag. Dirk Kahnert, Stand 21


MUTOS 1700

Wir zeigen das Betriebssytem MUTOS auf dem Robotron-Rechner A7150 aus der Zeit um 1988. MUTOS ist ein Unix-System aus der DDR, an dem mehrere Terminals via serieller Schnittstelle betrieben werden konnten. Im Steckkarten-Rechner arbeitet eine 8086-CPU-Architektur, importiert von Siemens. Jesse Fischer, Stand 22


Papier als Datenträger

Vor der Zeit von Kassetten, Disketten, Festplatten und USB-Sticks war Papier das vorherrschende Medium, das zur Speicherung von Programmen und Daten verwendet wurde. In Form von Lochkarten und Lochstreifen kam es zum Einsatz. Die Lochkarte diente in Fertigungsbetrieben oft nicht nur als Ein- und Ausgabemedium für Rechner, sondern auch als Organisationsmittel. So kommen der gezeigte Lochkartenstanzer IBM 011 und der Lochkartenleser IBM 357 aus diesem Bereich. Beide Geräte sind älter als 50 Jahre. Die Verarbeitung von Lochstreifen wird mit dem Stanzer FACIT 4070 und dem Leser GHIELMETTI FER204A demonstriert. Heinz und Helmut Jakob, Stand 23


Googlen in den 1950er-Jahren

An Lochkarten kennt heute jeder, wenn überhaupt, nur die Hollerithkarte als textuelles Medium mit 80 Zeichen und für Großrechner. Die Technik, Löcher in ein Stück Papier zu stanzen, wurde aber nicht nur da (und für Orgeln) verwendet, sondern auch in mehreren verschiedenen manuellen Informationswiedergewinnungssystemen. Ganz ohne Computer konnten so Daten selektiert werden. Dabei waren auch, je nach System, komplexe Anfragen, die weit über UND und ODER hinausgingen, möglich: Vielleicht und Grösstenteils zum Beispiel. Gezeigt wird eine kurze Einführung in Grundprinzipien der drei wichtigsten Systemtypen. Die Ausstellung begleitet ein Vortrag. Hans Franke, Stand 24


Den Computer lehren lernen – Das MORE-System

Anfang der 1970er-Jahre wurde am Institut für Kybernetik in Paderborn ein Lehrcomputer entwickelt, der nicht nur die prototypische Grundlage für spätere Einplatinen-Systeme bildete, sondern zugleich ein vollständiges didaktisches Konzept repräsentierte. Ein Prototyp dieses "Modellrechners" (MORE) wurde von uns analysiert und repariert. Er kann in 4-Bit-Assembler programmiert und mit Programmen auf Lochkarten betrieben werden. Am Stand ist das funktionsfähige System inklusive Dokumentation ausgestellt und lädt zu einer Zeitreise in die Bildungskybernetik der 1970er-Jahre ein. Fachgebiet Medienwissenschaft, HU Berlin, Stand 30


33 Jahre ABBUC: Historische 8-Bit-Technik zum Anschauen und Ausprobieren

Oktober 1985: Der AtariBitByterUserClub wurde gegründet und ist bis heute sehr aktiv. Vierteljährlich erhalten die weit über 400 Mitglieder eine echte Diskette und ein Druckmagazin. Es werden neue Software und Hardwareerweiterungen programmiert und entwickelt und wir haben eine gut besuchte Webseite. Hier werden 8-Bit-Rechner ATARI XL/XE aus den 1980er-Jahren ausgestellt und vorgeführt, dazu gehören auch Hardwareerweiterungen aus neuerer Zeit und natürlich auch neu programmierte Software. Unsere Rechner eignen sich aber auch durch gute Grafikhardware für Computerspiele – also bringt auch eure Kinder mit – es ist für jeden etwas dabei! Ralf Springer und Andreas Kahlenberger, Stand 31


Spectrum User Club (SUC)

Der Sinclair ZX Spectrum ist die britische Antwort auf den Commodore C64. 1982 in der 16kB-RAM-Version für günstige 125 britische Pfund bzw. in der 48kB-RAM-Version für 175 britische Pfund angeboten (der C64 kostete zeitgleich 399 britische Pfund), hat er sich als leistungsfähiger Heimcomputer mit Kassettentonband und Fernsehempfänger als einzige Anfangsperipherie schnell einen guten Namen gemacht. Seine Popularität verdankt er einem von Anfang an sehr reichhaltigen Softwareangebot und der Tatsache, dass er auf einem Zilog-Z80-Prozessor basierte, der u.a. im Ostblock sehr verbreitet war – u.a. in der DDR als Klon gebaut. Der Verzicht auf Spezialschaltkreise schränkte zwar die Sound- und Videomöglichkeiten etwas ein, ermöglichte aber den relativ einfachen Nachbau, weshalb es in vielen Ländern des Ostblocks Klone dieses kleinen Homecomputers gab. Dies hatte eine sehr aktive Programmiererszene zur Folge, die bis heute scheinbar Unmögliches auf den angeschlossenen Bildschirm zaubert. Inzwischen gibt es eine Vielzahl auch moderner Interfaces und Ergänzungen, die von Speicherkarten-, Disketten-, Joystick- bis hin zu Netzwerkinterfaces reichen. In den vergangenen Jahren ist es nach vollständigem Reverse Engineering des Logikarrays (ULA) des ZX Spectrum gelungen, aus dem Z80-Prozessor und einer überschaubar kleinen Zahl von CMOS-Schaltkreisen einen 100% kompatiblen Klon, den Harlequin, zu entwickeln und weltweit mehrere hundert Mal nachzubauen, was die Attraktivität des Konzepts beweist. Aktuell läuft ein hoffentlich erfolgreiches Kickstarterprojekt, einen sogenannten "ZX Spectrum Next" mit authentischem Gehäuse und perfektioniertem Innenleben (nicht emuliert) zu erschaffen. Die Backer haben immerhin knapp 725.000 Euro investiert, um dieses Projekt zu ermöglichen! Eine z.T. von Computerclubs getragene Szene hält den kleinen Briten auch heute noch sehr lebendig. Die Aussteller gehören dem SUC (Spectrum User Club Stuttgart) an, der u.a. jährlich ein Usertreffen in der Lutherstadt Wittenberg organisiert. Ingo Truppel und Norbert Opitz, Stand 32


Harzretro

Gezeigt werden verschiedene Rechner und Konsolen der Sammlung "Harzretro". Dabei handelt es sich um eine umfangreiche Sammlung über alle Bereiche der Computer- und Computerspielegeschichte, die in kleinen Teilen bei mehreren Ausstellungen gezeigt wurde. Es geht dabei nicht nur um die Rechner, sondern auch um die Geschichten dahinter – die für jedermann verständlich sind. Gezeigt werden unter anderem ein C64 im Internet, exotische Heimcomputersysteme und Spielkonsolen, Bauteile aus Rechnern der 1960er- und 1970er-Jahre, und manch eine Rarität, die es ansonsten nur selten zu sehen gibt. Es werden auch einige Rechner aus Ost-Europa zu sehen sein. Bei kleineren Gruppen kann gerne eine Führung gemacht werden, bei der nicht nur Details zu den gezeigten Geräten genannt, sondern auch interessante Geschichten und Anekdoten aus deren Entwicklung oder Geschichte erzählt werden. Kai Engelbrecht und Axel Ehrich, Stand 33


Rhythmogramme – Analoge Computergrafik

Zwischen 1953 und 1965 konstruierte der Fotograf Heinrich Heidersberger (1906–2006) einen mechanischen Analogrechner, der mit vier Pendeln und einstellbaren Parametern Lichtspuren auf eine Fotoplatte zeichnete. Es sind etwa 300 sogenannte Rhythmogramme erhalten, die unter anderem auf einem Wandbild in der Ostfalia und im Museum of Modern Art in New York zu finden sind und als Sendelogo des SWF eingesetzt wurden. Jean Cocteau erwarb mehrere Rhythmogramme, die er – der Überlieferung nach – Picasso geschenkt hat. Für die Lichtspurbilder wurde Heidersberger 1957 auf der Triennale in Mailand mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Die Pendelmaschine ist aufgebaut im Institut Heidersberger im Schloss Wolfsburg zu besichtigen. Institut Heidersberger, Stand 34 im Mittelfoyer


Sonderausstellung Grafische Benutzeroberflächen

Mit der "Mother of all Demos" begann im Jahre 1968 die Ära der grafischen Nutzeroberflächen, der Steuerung per Maus und der Menüführung. Auf der diesjährigen VCFB-Sonderausstellung präsentieren wir Zeitzeugen dieser Technologie – sowohl Hardware als auch Software – und stellen neu entwickelte grafische Nutzeroberflächen für historische Digitalcomputer vor.

Smalltalk, UNIX, Plan 9

Smalltalk auf dem Xerox Alto hatte in den 1970er-Jahren eine der ersten GUIs, die die Inspiration für fast alle späteren GUIs war. UNIX bekam in den frühen 1980er-Jahren seine erste GUI, die von Smalltalk inspiriert war: mpx für den Blit, ein grafisches Terminal. Plan 9 als Nachfolger von UNIX an den Bell Labs führte die Tradition der Blit-GUIs in den 1990er-Jahren fort. Die Austellung zeigt einen emulierten Alto, einen (möglicherweise nur emulierten) Blit und zwei Versionen von Plan 9. Ergänzend zur Ausstellung gibt es einen Vortrag über die GUIs von Research UNIX und Plan 9. Angelo Papenhoff und Stephen Jones, Stand 3


GUI-Programmierung für GEOS auf dem C64 – Damals und Heute

Mitte der 1980er-Jahre revolutionierte Apple mit der kommerziellen Einführung einer grafischen Benutzeroberfläche auf der Lisa und dem Macintosh das Personal Computing. Zwar war der Macintosh deutlich billiger als noch sein Vorläufer, ein Computer mit grafischer Benutzeroberfläche blieb für die Masse trotzdem weiterhin unerschwinglich. Dies änderte sich jedoch, als 1987 die Firma Berkeley Softworks mit GEOS eine grafische Benutzeroberfläche für den C64 herausbrachte, die von Commodore dann dem C64 beigelegt wurde und sich schnell einer großen Beliebtheit erfreute. Mit GEOS wurde somit erstmals auf einem nur wenige hundert Deutsche Mark teuren Computer alles von Textverarbeitung über Tabellenkalkulation bis zum Desktop-Publishing auf einer grafischen Benutzeroberfläche möglich. Die Ausstellung zeigt GEOS und diverse Anwendungsprogramme auf einem originalen C64 sowie in einem C64-Emulator unter Linux und demonstriert die Programmierung von GEOS-Anwendungen in Assembler unter GEOS und in C mit cc65 unter Linux. Martin Sauter, Stand 25


Grafische Benutzeroberflächen auf dem C64 – Mit GEOS, SUPRA64, Final Cartridge III und Magic Desk die Zukunft entdeckt

Abseits vom typischen Gamer, der Spiele auf dem Schulhof tauschte, gab es auch den User. Jener hatte einen Nadeldrucker, der Dokumente zu Papier brachte, die auf einer grafischen Benutzeroberfläche (Graphical User Interface, GUI) entstanden. Heute ist es unvorstellbar, ohne eine Maus oder das Touchpad einen Computer zu bedienen. Damals entwickelte sich dieser "Standard", die GUI mit Mausunterstützung, erst. 1983 erschien bereits Magic Desk, der "magische Sekretär". 1986 brachte Berkeley Softworks das erfolgreiche GEOS (Graphical Environment Operating System) unters junge Volk. 1987 kam The Final Cartridge III mit GUI heraus, ab 1990 verbreitete sich SUPRA 64 über die Magic Disk. Was damals zunächst unlogisch erschien, den C64 mit nur 64kB RAM, 1MHz Taktfrequenz und maximal 320*200 Bildpunkten in schwarz-weiß zu quälen, brachte trotz dessen eine sehr große Community hervor, die ihre C64s dann zum Desktop-Publishing brachte und zu Power-Usern wurde. Und damit kam auch die Computermaus am C64 ins Spiel. Der C64 Club Berlin präsentiert mehrere GUIs, die das letzte Quäntchen Leistung aus dem C64 zaubern. Die Diskettenversionen von GEOS, SUPRA64, sowie Cartridges wie Magic Desk 64 und die legendäre Final Cartridge III stehen zum Experimentieren bereit. Zeichnen, schreiben und Ausdrucke der eigenen Werke zum Mitnehmen! Unter fachmännischer Betreuung kann hier Jung und Alt herumprobieren, was das Zeug hält. Auch die beliebte "Selfie-Station" ist wieder da! Dein eigenes Foto auf Endlospapier, gedruckt auf einem Nadeldrucker. Ein ganz besonderes Souvenir mit typischem 8-Bit-Charakter zum Mitnehmen! Malte Schulze (C64 Club Berlin), Stand 26


Apple und die Benutzeroberfläche

Auch wenn die ursprüngliche Inspiration zu einer grafischen Benutzeroberfläche von Xerox PARC kam, kann man doch nicht bestreiten, dass unsere heutigen Benutzeroberflächen ohne Apples Verfeinerungen anders aussehen würden. Wir zeigen anhand von beispielhaften Geräten aus der jeweiligen Ära die Entwicklung der grafischen Benutzeroberflächen bei Apple. Unter anderem sind auch die Geräte der Apple-II-Generation zu sehen, die nachträglich die Bedienung per Maus geerbt haben und in einigen Bereichen sogar weiter waren als der Macintosh. Zu sehen sind folgende Geräte: Apple-III-System mit SOS (1980), Apple-IIc-System mit MouseDesk (1984), Macintosh Plus mit System 6.x (1986), Apple IIGS mit GS/OS 6.x (1986), Macintosh Portable mit System 6.x (1989), NeXTstation Turbo und NeXTcube mit NeXTSTEP 3.x (1991), diverse PowerBooks mit System 7.0 bis Mac OS 9 (1992–1997), Twentieth Anniversary Macintosh mit Mac OS 8.6 (1997), Blue/White Power Macintosh G3 mit Mac OS X 10.1 (1999), iMac G3 mit Mac OS X DP bis Mac OS X 10.3 (1999), iMac G4 mit Mac OS X 10.2 (2003) und iMac G5 mit Mac OS X 10.4 (2005). Jörg Gudehus, Stephan Hübener, Albert Dommer und Nikolaus Netzer, Stand 27


Apple Newton und Verwandte

Apple erfand 1987 mit dem Newton-Projekt den neuen Markt der Personal Digital Assistants (PDAs). Die Idee des PDA inspirierte viele Firmen und ermöglichte unter anderem die Entwicklung des Palm Pilot. Es entstanden diverse neue Benutzeroberflächen und Bedienkonzepte. Einige der bekanntesten Vertreter dieser Geräteklasse können hier in die Hand genommen werden. Gezeigt werden folgende Geräte: MessagePad Original mit Newton OS 1.0 (1993), MessagePad 120 mit Newton OS 1.3 (1994), MessagePad 130 mit Newton OS 2.0 (1996), MessagePad 2000 mit Newton OS 2.0 (1996), MessagePad 2100 mit Newton OS 2.1 (1997), Newton eMate 300 mit Newton OS 2.0 (1997), Siemens NotePhone mit Newton OS 1.1 (1994), Sony Magic Link PIC-1000 mit MagicCap 1.0 (1994), Psion Serie 5x, Palm Pilot 1000, Palm Vx und Palm Pre. Zur Entwicklung und Technik des Newton hält der Aussteller zusätzlich einen Vortrag. Jörg Gudehus, Stand 28


PDAs unter Magic Cap

Magic Cap war das Betriebssystem der Startup-Firma General Magic, die ab 1990 versuchte, mithilfe von Firmengrößen wie Motorola, Sony, Philips, Matsushita und AT&T einen Markt für mobile, persönliche Kommunikationsgeräte zu schaffen und zu dominieren. In dieser Zeit vor GSM und Web fand der Zugang zum Netz meist mittels Telefonmodems statt und Email und Fax waren tolle, moderne Kommunikationsmittel. Diese Ausstellung zeigt funktionsfähige Geräte, und was sie unter Magic Cap alles tun konnten. Begleitend zur Ausstellung wird die von General Magic entwickelte Programmiersprache Telescript in einem Vortrag vorgestellt. Fritz "cyberfritz" Hohl, Stand 29


Standplan

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